"Überforderung ist nur ein Thema in den Schulen"
CSU-Fraktionschef Herrmann diskutierte an der FH

Foto: Roland Binder
Deggendorf (nz). Bildung und Hochschulentwicklung sind nicht nur Themen der Studenten. Auch der CSU-Fraktionsvorsitzende Joachim Herrmann nahm sich dieser Thematik beim Besuch an der FH an. Gemeinsam mit Hochschulvertretern, OB Anna Eder, Kurt Höller, Landesvorsitzender des Rings christlich-demokratischer Studenten (RCDS), auf dessen Initiative Herrmann nach Deggendorf gekommen war, sowie Christian Moser, Kreisvorsitzender der Jungen Union, und Studenten diskutierte er über Bayerns Bildungslandschaft und die Herausforderungen der Zukunft.
"Bildung hat in unserem Land Vorrang", nahm Herrmann, früher selbst RCDS-Landesvorsitzender, vorweg. Anderes müsse kürzer treten, denn man wolle keine neuen Schulden machen. "Das sind wir der jungen Generation schuldig." Herrmann verteidigte die Priorität für Bildung damit, dass in den östlichen Nachbarländern regelrechte Aufbruchstimmung herrsche, es hierzulande aber zu wenig Ingenieure gebe. Ganz im Sinne des politischen Liberalismus: "Der Staat muss Bedingungen schaffen, dass jeder gleichermaßen seines Glückes Schmied werden kann." In Sachen Studiengebühren zeigte Herrmann unumwunden seine Anerkennung für die gefundene Lösung: An der FH bestimmen die Studenten mit, wie die 370 Euro ausgegeben werden. "Studiengebühren werden an der FH als Mehrwert positiv angenommen", resümierte Sebastian Bachinger, Vorsitzender des studentischen Konvents.
Studentin Patricia Wühr gab die Überforderung der Kinder durch das G8 zu bedenken. "Bildung erfordert eigene Anstrengung," erinnerte Herrmann. Nicht alles sei spielerisch im Sandkasten zu erlernen. "Komisch sei, dass Überforderung nur Thema sei, wenn die Schulbücher aufgeschlagen werden, nicht aber, wenn Kinder in der Freizeit kicken." Die prekäre Lehrstellensituation brannte OB Eder unter den Nägeln. "Ausbildung ist für manche Betriebe ein Fremdwort", so Herrmann. Er wolle die Wirtschaft für mehr Stellen motivieren. Und mahnte an, dass es in absehbarer Zeit zu wenige Bewerber geben wird. FH-Präsident Höpfl erinnerte an die Möglichkeit, Azubis wieder in den Laboren einzustellen.
Deggendorfer Zeitung vom 28.06.06

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